Archiv für Juli 2012

01.08. 2012: 21 Uhr Das Fest des Huhnes + SupporterKüfA (Open Air Veranstaltung)

20 Uhr gibts KüfA Gekocht wird Vegan.

Das Fest des Huhnes ist ein 1992 von Walter Wippersberg inszenierter, dem Genre des Mockumentary zuzurechnender österreichischer Film.

Die Sitten und Gebräuche der in Oberösterreich ansässigen „Ureinwohner“ werden von schwarzafrikanischen Forschungsreisenden im Stil europäischer Forschungsreisender beschrieben. Sie stoßen dabei auf völlig neue Kulturphänomene. Wippersberg dreht dabei im Sinne von „Weißsein“ das von europäischen Forschern angewandte Forschungsprinzip um, zuerst ethnologische Studien zu betreiben und das dann in Form eines Dokumentarfilmes der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Name des Films rührt daher, dass die schwarzafrikanischen Forscher die Entdeckung machen müssen, dass die Kirchen leer sind, die Menschen sich jedoch in Zelten zusammenfinden, literweise Bier trinken, dazu hauptsächlich Hühner essen und anschließend dann kollektiv den Vogerltanz aufführen. Sie ziehen daraus den Schluss, dass das Lamm als Opfersymbol vom Huhn abgelöst wurde.

25. 07. 2012: 21 Uhr Umsonstkino jetzt Mittwoch mit SupporterKüfA 20 Uhr(Open Air Veranstaltung)

Das Umsonstkino ist jetzt jeden Mittwoch 21 Uhr und um 2o Uhr gibts KüfA (Küche für Alle)Gekocht wird Vegan.

20. 07. 2012: 21 Uhr Der 36. Breitengrad (Open Air Veranstaltung)

Der 36. Breitengrad
Dokumentation und Fiktion über die Südgrenze Europas

Die Festung Europa an ihrer Südgrenze. Täglich kommen die Boote der Guardia Civil in den Hafen von Tarifa und bringen aufgegriffene Flüchtlinge, die auf der Suche nach einem besseren Leben versuchen nach Europa zu gelangen. Täglich enden diese verzweifelt-hoffnungsvollen Reisen mit Festnahmen und anschließender Abschiebung zurück nach Tanger – auf einen nächsten Versuch, der vielleicht irgendwann gelingt

Der 36. Breitengrad ist eine imaginäre Linie auf der Landkarte und gleichzeitig ein realer Ort, die Straße von Gibraltar, wo Flüchtlinge versuchen, über das Meer nach Europa zu gelangen.

Der Film zeigt, immer wiederkehrend, die Ankunft der Boote im spanischen Tarifa, das Aufsammeln der Flüchtlinge durch die Guardia Civil, ihren Abtransport in Bussen in Auffanglager.

Gleichzeitig hat Latitude 36 weitere, künstlerische und dokumentarische Ebenen: Optisch verfremdet sieht man eine absurde Welt, in der das Elend der Gestrandeten, ihre Hoffnungen und ihre Verzweiflung den alltäglichen Urlaubsritualen der Strandbesucher gegenübergestellt werden. Ein marokkanisches Kind erzählt von seinen Fluchtversuchen und der Inobhutnahme bei einer spanischen Familie; seine Zeichnungen des Busses, der ihn zunächst aufnahm, werden animiert als absurd-komische Fahrt durch das spanische Hinterland. Junge Araber erzählen, auf der anderen Seite der Meerenge, von ihren gescheiterten Versuchen, nach Europa zu kommen, dazwischen führen die liegengebliebenen Schuhe der in Spanien Angekommenen einen absurden Tanz auf und werden in Bezug gesetzt zu den noblen Geschäften für die Touristen.

Die künstlerische Umsetzung des Themas lässt viel Zeit zum Nachdenken über eine Welt, die parallel zur Segeljacht-Urlaubswelt der Europäer, Tod durch Ertrinken oder zumindest eine ungewisse, oft deprimierende Zukunft für die andeutet, welche es geschafft haben, mit dem Boot nach Europa zu kommen.

Spanien 2004, DVD 65 Min.,
Original Spanisch mit Deutschen, Französischen oder Englischen Untertitel
Regie/Kamera: José Luis Tirado

13. 07. 2012: 21 Uhr zeigen wir „Tod eines Vertragsarbeiters“im Gedenken an Jorge Gomondai.

Am Freitag den 13. 07. 2012: 21 Uhr zeigen wir „Tod eines Vertragsarbeiters“ im Gedenken an Jorge Gomondai. Der Mosambikaner wurde im April 1991 von Nazis in Dresden ermordet. Wir sammeln an diesem Abend Spenden für die Familie Gomondai.

Ostern 1991, als sich nur wenige die ausländerfeindlichen Ausschreitungen der folgenden Monate und Jahre vorstellen konnten, starb in Dresden der 28-jährige schwarze Vertragsarbeiter Jorge Joa Gomondai aus Mosambik. Er wurde von einer Gruppe randalierender Skinheads angegriffen und aus der fahrenden Straßenbahn gestürzt.

Oder sprang er in Panik ?

Das Gerichtsverfahren gegen drei Täter konnte diese Frage nicht klären. Seine Eltern in Mosambik warten bis heute auf eine Erklärung oder Entschuldigung der Stadt oder Schadensersatz.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Ausländerfeindlichkeit im wiedervereinigten Deutschland setzt sich der Film unter wechselnden Perspektiven mit der Tat auseinander:Rekonstruktion der Nacht; Zeugen am Tatort; Jorges Eltern in Mosambik, die in den Wirren des Bürgerkrieges verschollen waren; ehemalige Vertragsarbeiter,die im Zuge der Wiedervereinigung von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit verloren und zurückgeschickt wurden. Die Schlüsselszenen der Gerichtsverhandlung sind in szenische Protokolle umgesetzt, ergänzt durch die Statements des verhandelnden Richters. Das Gerichtsverfahren gegen drei Täter konnte diese Frage nicht klären – Seine Eltern in Mosambik warten 1995 wurde von Monika Hielscher und Matthias Heeder der Dokumentarfilm „Jorge“ fertig gestellt und veröffentlicht. Während der Dreharbeiten stießen die Filmemacher auf eine Mauer aus Schweigen, da sich viele Zeugen aus Angst vor rechtsextremistischen Repressalien nicht öffentlich äußern mochten. Gleichzeitig erfuhren die Eltern von Jorge Gomondai erst durch die Dreharbeiten in Mosambik von den vollständigen Umständen seines Todes.

Produktion: Monika Hielscher, Matthias Heeder

BRD 1995, 84 min, deutsche Originalfassung,