13. 07. 2012: 21 Uhr zeigen wir „Tod eines Vertragsarbeiters“im Gedenken an Jorge Gomondai.

Am Freitag den 13. 07. 2012: 21 Uhr zeigen wir „Tod eines Vertragsarbeiters“ im Gedenken an Jorge Gomondai. Der Mosambikaner wurde im April 1991 von Nazis in Dresden ermordet. Wir sammeln an diesem Abend Spenden für die Familie Gomondai.

Ostern 1991, als sich nur wenige die ausländerfeindlichen Ausschreitungen der folgenden Monate und Jahre vorstellen konnten, starb in Dresden der 28-jährige schwarze Vertragsarbeiter Jorge Joa Gomondai aus Mosambik. Er wurde von einer Gruppe randalierender Skinheads angegriffen und aus der fahrenden Straßenbahn gestürzt.

Oder sprang er in Panik ?

Das Gerichtsverfahren gegen drei Täter konnte diese Frage nicht klären. Seine Eltern in Mosambik warten bis heute auf eine Erklärung oder Entschuldigung der Stadt oder Schadensersatz.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Ausländerfeindlichkeit im wiedervereinigten Deutschland setzt sich der Film unter wechselnden Perspektiven mit der Tat auseinander:Rekonstruktion der Nacht; Zeugen am Tatort; Jorges Eltern in Mosambik, die in den Wirren des Bürgerkrieges verschollen waren; ehemalige Vertragsarbeiter,die im Zuge der Wiedervereinigung von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit verloren und zurückgeschickt wurden. Die Schlüsselszenen der Gerichtsverhandlung sind in szenische Protokolle umgesetzt, ergänzt durch die Statements des verhandelnden Richters. Das Gerichtsverfahren gegen drei Täter konnte diese Frage nicht klären – Seine Eltern in Mosambik warten 1995 wurde von Monika Hielscher und Matthias Heeder der Dokumentarfilm „Jorge“ fertig gestellt und veröffentlicht. Während der Dreharbeiten stießen die Filmemacher auf eine Mauer aus Schweigen, da sich viele Zeugen aus Angst vor rechtsextremistischen Repressalien nicht öffentlich äußern mochten. Gleichzeitig erfuhren die Eltern von Jorge Gomondai erst durch die Dreharbeiten in Mosambik von den vollständigen Umständen seines Todes.

Produktion: Monika Hielscher, Matthias Heeder

BRD 1995, 84 min, deutsche Originalfassung,